Liebe Mitglieder,
am Samstag, den 17. Oktober 2026, wird das WINet 30 – und ab 14:00 Uhr feiern wir dieses schöne Jubiläum am Leonardo-Campus 18 in Münster. Wie es sich für einen runden Geburtstag gehört, blicken wir dabei nicht nur mit einem gewissen Stolz zurück, sondern auch mit viel Neugier nach vorn. Für beides haben wir ausgesprochen gute Begleitung gewonnen.
Während Jörg Becker uns zu den Anfängen und prägenden Jahren des Instituts mitnimmt, richtet sein Nachfolger Jan vom Brocke den Blick auf die Wirtschaftsinformatik von heute und morgen. Eine kleine akademische Zeitreise also – ganz ohne DeLorean, dafür hoffentlich mit deutlich besserem Catering.
Viele WINet-Mitglieder kennen Jan noch aus seiner Münsteraner Studienzeit. Ab 1992 studierte er hier Wirtschaftsinformatik, schloss 1998 sein Diplom ab und wurde anschließend Assistent bei Heinz Lothar Grob. 2007 habilitierte er sich in Münster für Wirtschaftsinformatik und wurde unmittelbar danach auf den Hilti Endowed Chair of Business Process Management in Liechtenstein berufen. Andere nennen so etwas eine Karriere – aus Sicht des Prozessmanagements war es wohl einfach ein bemerkenswert gut getakteter Ablauf.
Bis zu seiner Rückkehr nach Münster im Sommer 2023 blieb Jan in Liechtenstein und entfaltete zugleich eine beeindruckende internationale Wirkung: unter anderem als Academic Research Fellow am MIT, Distinguished Professor an der National University of Ireland und als Visiting Professor an der Universität St. Gallen. Sein akademischer Radius war damit erheblich größer als die Strecke zwischen Münster und Vaduz.
Heute zählt Jan vom Brocke zu den international angesehensten Wissenschaftlern der Wirtschaftsinformatik, insbesondere im Business Process Management. Als Wegbereiter gestaltungsorientierter Forschung verbindet er wissenschaftliche Exzellenz mit einem ausgesprochen praktischen Anspruch: Er entwickelt innovative digitale Systeme für nachhaltige und energieeffiziente Prozesse und arbeitet dafür mit Regierungen sowie Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen zusammen.
Die Liste seiner Auszeichnungen ist entsprechend lang. 2019 wurde er zum Fellow der Association for Information Systems (AIS) ernannt und in das AIS College of Senior Scholars aufgenommen. Internationale Rankings führen ihn regelmäßig auf Spitzenplätzen. In der Stanford-Elsevier-Studie „Top 2% Scientists“ von 2023 gehört er in Information Systems zu den Top 0,2 Prozent der meistzitierten Wissenschaftler; europaweit zählt er über alle Disziplinen hinweg zu den Top 1 Prozent. Mehr als 43.000 Zitationen bei Google Scholar sprechen eine recht deutliche Sprache – selbst Google muss da vermutlich kurz nachladen.
Seit seiner Rückkehr hat Jan in Münster den Forschungsbereich „Process Science“ aufgebaut und damit eine moderne, interdisziplinäre Prozessforschung etabliert. Hinzu kommt die von ihm gegründete Flow Factory, die den Einsatz von KI für die Transformation und Innovation von Prozessen in der Finanzwirtschaft erforscht. Der Name klingt erfreulich leicht – die Themen dahinter sind es keineswegs.
Was bei all diesen Stationen, Ehrungen und Verantwortlichkeiten besonders beeindruckt: Jan ist ein ebenso offener wie liebenswerter Mensch geblieben und hat dem Institut seit seiner Rückkehr spürbar neuen Schwung gegeben. Umso mehr freuen wir uns, dass er einen Beitrag zu unserem Jubiläum zugesagt hat. Ob er persönlich im Saal sein oder live zugeschaltet wird, entscheidet sich, sobald sein Oktober-Kalender endgültig gezähmt ist. So oder so: Dieser Programmpunkt allein ist schon ein ausgezeichneter Grund, am 17. Oktober dabei zu sein.
Wir freuen uns auf einen inspirierenden Nachmittag, viele vertraute Gesichter und mindestens ebenso viele gute Gespräche. Also: Termin freihalten, Vorfreude einschalten – und gern weitersagen!
Fortsetzung folgt …
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